… und im Fenster immer noch Wetter und ein Instrumentalprojekt


Nach seinem Debüt „Bodenangst“ ging Spaceman Spiff mit Finn-Ole Heinrich auf Reisen, um dessen Texte mit Melodie und Geräusch zu begleiten und Selbst ein paar Lieder zu singen. Im Mairisch Verlag heimisch geworden, brachten die beiden dazu eine gemeinsame CD namens „Du drehst den Kopf, ich dreh den Kopf“ raus.

Danach folgte Hannes‘ zweites Soloalbum mit Namen „… und im Fenster immer noch Wetter“, welches ebenfalls im Mairisch Verlag erschien.

Das erste Spiff-Album mit Band bzw. einigen wenigen Mulitinstrumentalisten. Was man schon eindrucksvoll im ersten Song „Staßen“ zu hören bekommt. Gitarre und wunderschön kräftige Streicher, die Tempo geben und im Refrain von Bass und Schlagzeug unterstützt werden. Der Wechsel zwischen laut und leise ist eines der bestechendsten Elemente des Songs. Neben dem großartigen Text.

Gefolgt von „Treibsand“, allein mit Gitarre, das bisher nur aus dem Internet bekannt war. Neben diesem Song haben es auch noch weitere alte Bekannte auf dieses Album geschafft: „Schnee“, „Mit Scherenhänden“, „Zeit zu bleiben“ und „Ab Heute Immer Jetzt“ gibt es in einem wunderschönen Duett mit Eva Millner von den Hundreds.

„Hamburg“ macht dem Albumtitel alle Ehre, mit einer wunderschönen Gitarrenmelodie und wenig anderer Instrumentierung. Der eigentliche Höhepunkt bzgl. Melodie ist jedoch die hamburgische Klangkulisse, die einen durch das Lied begleitet. Beides Zusammen ergibt eine wunderschöne Harmonie und dies gepaart mit dem Text eines der Höhepunkte des Albums.

Die Elefanten sind wohl die größte Überraschung unter den 11 Songs plus einem versteckter. Denn das ist wohl der positivste seines bisherigen Schaffens.

Zum absoluten Abschluss gibt es eine Tasse Tee. Einer von Hannes‘ stärksten Liedern, die er bisher geschrieben hat. Zurück lehnen, zuhören, genießen, nachdenken….

Die Texte seiner Lieder lassen sich nur schwer beschreiben, denn sie stehen für sich, sprechen für sich und sie sich selbst zu erschließen, erfühlen und deren Größe zu erfahren ist wohl das Größte an dieser Platte, unterstrichen durch diese überaus passenden Melodien. Deswegen gibt es hier und jetzt meine persönlichen Lieblingsmomente aus den Texten:

„ich weiß nicht so genau ob das noch straßen sind
die mich richtung morgen leiten

du fragst wies mir geht
ich tu so als ob ichs weiß
ist das hier eine weiche
oder bin ich schon entgleist
[…]
und wenn du keinen mut hast
kann ich dir gerne meinen borgen
ich hoff er führt dich heim“
(Straßen)

„mein schlafanzug ist kugelsicher
wenn ich träum bin ich unverwundbar
[…]
wir suchen die alternative
zu dem was wir sollen
den größten gemeinsamen teiler
von können und wollen

dabei ist doch alles was fehlt
nur dass alles da ist
und irgendwas wahr ist“
(Treibsand)

„woanders bin ich wer gewesen
hier muss ich irgendjemand sein“
(Hamburg)

„denn auch ich geh über leichen
um gras zwischen den zehen zu spüren
[…]
jetzt steh ich hier
mit dem messer in der hand
und wollt doch eigentlich ein clown sein

und ihr vor mir
salz aus meinen augen läuft in eure wunden“
(Mit Scherenhänden)

„vergiss doch mal den quatsch

wir baden in momenten
bis man alles verkopft
spürst du das pochen
das ist der unmut der klopft“
(Elefanten)

„ich trinke tee mit meiner seele und ihr kriegt auch ein tässchen ab, wenn ihr noch bleibt“
(Tee)

Meine Anspieltipps:

Straßen (wo wir hingehen brauchen wir keine Straßen)

Hamburg

Mit Scherenhänden

Elefanten

Irgendwo ist immer Woanders

Tee

Mit diesem Album ist Spaceman Spiff da angekommen, wo man als Höher schon seit „Bodenangst“ immer hin wollte und diese Richtung und dieses Potential der Songs mehr als auf der Hand lag, dass wir jetzt genießen können! Man darf gespannt sein, wie es weiter geht.

In der Zwischenzeit hat Spaceman Spiff auch ein kleines, aber feines Instrumentalprojekt ins Leben gerufen, was auf den wunderschönen Namen„stein->schwere->papier“ hört, mit dem man sich unbedingt einmal näher befassen sollte!

„Ich bin nicht besonders groß, nur so groß wie meine Kunst… und Kunst ist nur so groß wie man sie teilt…“

Aus diesem Grund sollte man sich seine Alben kaufen und diesen Beitrag teilen, auf dass seine Kunst größer werde!

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4 Gedanken zu „… und im Fenster immer noch Wetter und ein Instrumentalprojekt

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