Anne Büttner


Anne Büttner schreibt Kurzgeschichten, die anders sind. Die in ihrer ganz eigenen Art von der Realität, dem Leben erzählen. Die sehr schöne Wortspiele enthalten und überhaupt ihren ganz eigenen Rhythmus haben, dazu passend Bilder entwerfen und sich mit der Wortspielkunst verbinden.

Durch Ryo liest“ konnten ihre Geschichten – die teilweise extra zu Ryos Songs von seinem Album „So gesehen unmöglich“ entstanden sind, um Musik und Lesung besser/passender miteinander Verbinden zu können – zum ersten Mal einem größeren Publikum vorgestellt werden.

Was die Lesung der Geschichten besonders macht ist definitiv Ryos Stimme und seine Art zu lesen, sein Leserhythmus, der meiner Meinung nach perfekt zur Geschwindigkeit passt, in der die Geschichten leben. Ich glaube, hätten die Erzählungen ihren Takt nicht, würden sie nicht wirklich wirken.

Eine Kostprobe von Ryos Leseweise und der Texte von Anne gibt es hier:

„Die Haut frei von Falten aber voll von Geschichten, den
Blick für sein Alter zu düster, die Haltung für seine
Knochen  zu  verkrampft,  die  Kapuzenjacke  für  seine
Statur zu groß und für das Wetter zu warm…“

(Spielverderber)

„Nichts mehr da von der 38 – Deiner Lieblingsfarbe. Die blendende Drei der Sonne, die bei einer himmelblauen Acht so lang auf uns scheint, bis wir aussehen, wie ein schokoladiges Erdbeereis und uns so weit von der 47 entfernt fühlen. Ich weiß, dass gerade nicht die Jahreszeit für eine 38 ist. Aber meinst Du, wir können wenigstens eine 83 haben?

Ich weiß, wie es funkeln muss, damit es für Dich zu einer 13 reicht. Aber da war nichts. Nicht mal eine klitzekleine. Von den Straßenlaternen kannte ich das schon, aber diesmal zwinkerten mir nicht mal mehr die Ampeln zu, bevor sie ihre Augen schlossen.

Bunt karierte Morgen, die nach Honig schmecken, hatte ich ewig nicht. Die Graffitis um die Ecke, die nach Lieblingslied klingen, sind fast nicht mehr zu sehen. Von der geschwungenen Stimmung der Menschen hier, habe ich ewig nichts gespürt. Was am Hupen des Müllautos, das sich in aller Früh rückwärts in die Straße schiebt, tröpfchenförmig sein soll, weiß ich auch nicht mehr.“

(Farbenleere)

Was genau hinter der Farbenleere steckt, kann man in diesem Interview nachlesen.

Aber auch wenn man die Geschichten selbst liest verlieren sie nichts von all dem, was sie ausmachen. Man kann sie in aller Ruhe für sich entdecken, all das was da passiert und lebt nachempfinden und sich mit den Protagonisten auf deren Wege begeben – und sie fesseln immer und immer wieder aufs Neue!

Und wer jetzt gern noch mehr lesen möchte, muss sich bis Herbst 2011 gedulden und kann sich bis dahin an diesen wunderbaren Karten erfreuen:

Mehr Infos und Bilder dazu gibt’s auf Annes Homepage oder auf ihrer Facebookseite.

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2 Gedanken zu „Anne Büttner

  1. Pingback: Was bleibt | Seelenhafen

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