Tier aus Papier


So heißt das Debüt Album der Band „amrand“. Torben Sager und Felix Wagner – Zu Hause in Würzburg und Nürnberg sind „amrand“. Ihre Musik ist leise, leicht, deutschsprachig und akustisch.

10 Songs dieser Art erwarten den Hörer auf „Tier aus Papier“, das im April 2011 veröffentlicht wurde. Im Dezember 2011 erreichte dieses Album den Seelenhafen als Rezensionsexemplar.

Auf dem Cover des Albums ist ein origami gefalteter Vogel zu sehen. Mehr nicht. Schön und schlicht zugleich und ich habe sofort die gefalteten Kraniche aus der Serie „Prison Break“ im Kopf.

Klappt man es auf, wird man von allen zehn Songtexten begrüßt – ein kleines Paradies für Wortliebhaber.

Ein Spätsommertag überzeugt durch seine wunderschönen warmen, einfachen und deswegen sehr entspannenden Bläser und Gitarrenmelodien, die den Song fast schon zerbrechlich-schön wirken lassen. Der Text beinhaltet Zeilen, bei denen es sehr lohnt genauer hin zu hören:

Ich hab den wahnsinn heut gesehen. an diesem ort an dem wir stehen. ein stiller augenblick […] Ich hab den wahnsinn heut gesehn erschreckend schön, ich muss gestehen. bewegend kalt, ergreifend klar.

Ebenso schön wie die Melodie des Songs ist auch das Video dazu:

Auch bei Phantome ist es die Melodie, die überzeugt. Vor allem durch den Streicher, der neben der Gitarre seinen eigenen Rhythmus ins Lied bringt und es macht unglaublich viel Spaß, diese beiden Stränge zu verfolgen.

Beim Titeltrack Tier Aus Papier schleicht sich wieder heimlich so ein Rhythmus ein. Diesmal ist es die Gitarre, die da plötzlich auffällt und sich ein wenig abhebt und absolut in dieses Lied passt. Auch hier lohnt sich genaueres hinhören:

Wir sind hier. dein schloss aus luft, deine burg aus sand, dein tier aus papier.

Diese leichten, zarten, melancholischen einfachen und angenehmen Melodien ziehen sich durch das ganze Album und immer wieder finden sich kleine schöne leuchtende Höhepunkte wie ein Bläser, eine Gitarre, oder ein Bläser, der seinen ganz eigenen Rhythmus in das Lied bringt und somit eine neue Ebene schafft. Die Texte beschreiben ebenso einfach und angenehm wie die Melodien Beobachtungen aus dem Alltag und Gedanken. So zum Beispiel auch in Gib Mir Worte:

Gib mir worte und ich bau dir daraus eine Welt. […] wir entfliehen in die nacht durch die wand. stimmen hallen. komplett fatal, komplett komplott, komplett fatal

Auch Staub im Gesicht verfolgt einen interessanten Gedanken. Eingeleitet wird der Song mit einem wunderschönen, ruhigen und entspannenden instrumental Part von dem ich wünschte er würde immer so weiter gehen. Es bräuchte nichts anderes mehr und die Welt ist in Ordnung.

was wir nicht erkennen, bleibt erhalten in dem strudel, zum greifen nah verorn. wir stehen, drehn uns im kreise, sind hand in hand gefrorn […] komm und hol dir was du brauchst. keine ahnung was das ist? sorgenfrei, gedankenlos, staub im gesicht…

Wer ein Album sucht, bei dem er sich nicht bei jeder Zeile den Kopf zerbrechen muss, sondern nur hin und wieder einen Gedanken verfolgen möchte, der nicht lang und schwer im Magen liegt ist mit „Tier aus Papier“ bestens versorgt.

„Tier aus Papier“ ist ein Album, das man wunderbar nebenbei laufen lassen kann und trotzdem alles mitbekommt und das durch seine wunderschönen melancholischen, leichten und zarten Melodien sehr, sehr entspannend wirkt.

Kurzum: in diesem Album ist für jeden etwas dabei.

Mehr zu amrand gibt es auf Soundcloud oder Facebook, sowie deren Homepage.

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