Gisbert zu Knyphausen liebevoll akustisch


Am 18.02.2011 spielte Gisbert zu Knyphausen mit Band ein akustisches Konzert im Konzerthaus Dortmund. Dazu kam es im Rahmen der Unplugged-Konzertreihe „Pop-Abo“. Dafür wurden die Songs extra neu arrangiert und in sehr, sehr schönen und feinen akustischen Versionen, unter anderem mit Vibraphon, Flügel, Cello, Banjo und einer Free Jazz Trompete dargeboten. Mit an den Instrumenten war auch Felix Weigt, der vielen vielleicht durch Konzerte von Spaceman Spiff bekannt ist.

Am 10.02.2012 – gut ein Jahr später erscheint dieses Konzert nun als limitierte CD oder ist als Download zu haben. Zu hören gibt es sieben Songs von „Hurra! Hurra! So nicht.“ und drei vom Deübt Album.

An dieser Stelle noch einmal Danke an PIAS Recordings für das digitale Rezensionsexemplar.

Cover (c) amazon.de

Hier möchte ich vor allem auf die Höhepunkte eingehen bzw. auf die Lieder, die man so nicht erwartet hätte.

Doch zuerst ein paar Worte zum Cover. Ich mag dieses Dunkelbau und die Eule besonders gern. Überhaupt das gesamte Cover strahlt etwas liebevolles aus.

Erwischt. Titel zwei des Albums. Statt rockiger Klänge und dichter Melodie entspannte und lockerer Atmosphäre, die Fröhlichkeit und gute Laune mit bringt. Und plötzlich ein überraschender und zugleich fließender Übergang zu Zeilen aus „Stand by me“ und das ist keines falls fehl am Platz, sondern passt absolut perfekt.

Erwischt war auch der erste offizielle Einblick ins Album:

Es ist still auf dem Rastplatz Krachgarten. Eine sehr entspannte und lockere Version mit angenehm viel Luft in der Melodie und ein leicht anderer Rhythmus. Im Vergleich zur Album-Version nicht das Dichte und getriebene Akkordspiel des unterwegs seins und in Bewegung bleibens. Hier klingen einzelne Töne und können sich ausbreiten, ihren ganz eigenen Raum einnehmen. Ich mag besonders die Harmonie zwischen Bass und Gitarre.

Morsches Holz. Der Text verbreitet seine ganz eigene gespannte Atmosphäre, unterstützt durch die bekannte Melodie der Gitarre und auch die restlichen Instrumente klingen wie bekannt. Doch trotzdem sind da leichte Veränderungen, die schwer zu beschreiben sind, aber spannend zu entdecken. Der Text wird von Melodie und vor allem vom Rhythmus spürbar getragen. Ich meine, da auch ab und zu kurz die Trompete heraus zu hören und auch viele andere kleine neue Klänge, die dem Lied noch mal in ein interessanteres Licht rücken.

Ich tausche meine Bibel gegen ein Stücken morsches Holz – jemand Intresse?

„Interesse“ betont Gisbert hier so unglaublich passend, dass ich es ihm sofort abnehmen würde. Der Part mit dem Sprechgesang. Auch hier gibt es neues, das anvertraut wird und die Instrumente steigern sich mit Gisberts Stimme, die unglaublich stark und klar klingt. Dann ebbt alles wieder ab und die fast schon zarte, alt bekannte Gitarrenmelodie ist wieder zu hören. Wunderbar.

Dreh dich nicht um. Mit einem sehr schönen Xylophon-Solo (oder ist das, das doch das Vibraphon?) Immer wieder ein schöner Titel. Ich meine auch hier eine leicht anderen Rhythmus heraus zu hören. Einfach genießen!!

Nichts als Gespenster. Und das 8:30 Minuten lang! Die Gesamtheit der Klänge lassen tatsächlich eine etwas düstere und kühle Atmosphäre entstehen. Das Klavier passt wunderbar dazu, genauso wie die Streicher. Besonders schön der Instrumental Moment nach der ersten Strophe erinnert fast ein wenig an Free-Jazz. Großartig! Nach der zweiten Strophe gibt es noch ein mal einen Instrumental-Teil. Das Schlagzeug mit diesem schönen angstvollen Herzschlag gibt den Takt an. Dazu vor allem die Trompete, ebenso unfassbar gut mit der Angst im Klang. Und dann ist es vorbei. Ein sehr, sehr düsterer Titel. Besser hätte man es nicht machen können! Unbedingt darauf einlassen!

Und den ganzen schönen Mut, den du dir angesammelt hast,
hast du in nur einer langen Nacht wieder verloren, wieder verloren…

Jetzt sind so viele Piraten hier
und sie entern deine Seele, deine Seele.

[…]

Jetzt sind so viele Soldaten hier.
Sie trampeln links, zwo drei über deinen Willen, über deinen Willen.

Was mit einem liebevollem Cover beginnt zieht sich durch die gesamte Platte. Detaillierte, wunderschöne akustische Stücke mit großartigen Instrumental-Parts gepaart mit einer starken Stimme Gisbert zu Knyphausens und seinen großartigen Texten.

Einziger Wehrmutstropfen: Kräne und Melancholie sucht man vergebens.

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