Zucker gegen Kummer


Mit „Under The Icicles“ präsentieren HUNDREDS in diesen Tagen eine EP die kostenlos heruntergeladen werden kann, denn sie ist ein Geschenk, ein Dankeschön. Nach ihrem Debüt, vielen, vielen Konzerten auf der ganzen Welt und dem „Variatons“- Album machen sich Eva und Philipp Milner nun an die Arbeit für ein zweites Album.

Fünf Titel erwarten den Höher auf der EP. Unter anderem eine bisher unveröffentlichte Coverversion und ein Remix.

Cover (c) sinnbus.de

Das Cover erinnert an ein wunderschön altes Foto und weckt Erinnerungen an vergangene Zeiten. Und genau das ist „Under the icicles“ ein kleiner Streifzug durch die Veröffentlichungen der Band, was auch durch den Titel der EP noch einmal unterstrichen wird.

Denn es ist ein Zitat aus Lets write the streets, welches in der Version von Get Well Soon aus dem „Varations“ Album auch gleich den Anfang macht. Natur. Vogel zwitschern, Zirpen, Rauschen. Melodien setzen ein und dann eine unaufgeregte, aber dennoch eindringliche Stimme. Im Refrain wird es intensiver und Eva Milners Stimme zusammen mit Konstantin Gropper machen den Refrain zu etwas angenehmen und ruhigen, das durch die Melodien der Instrumente einen ebenso angenehmen und leichten Bruch erfährt.

Auch in der nächsten Strophe singen beide. Melodisch und rhythmisch passieren interessante Veränderungen im Refrain fühlt es sich dichter an, um danach plötzlich auszubrechen. In elektronisch Elemente, kurzzeitige Bläser und in krachendes Schlagzeug, das genau dadurch unglaubliche Schönheit ausstrahlt. Dazu eine E-Gitarre, in deren Klänge man sich fallen lassen kann. Genauso unerwartet wie dieser Ausflug, der von den Worten „Lets write the streets“ begleitet wurde begann, hört er auch wieder auf und da ist wieder diese Ruhe, die an einen Wald erinnert und immer wieder nur „I try to walk alone“, das sich immer mehr von einem entfernt. Und ich frage mich: „Wohin gehst du mit deiner Gitarre?!“ dann ist er verschwunden und es bleiben nur die Geräusche der Natur…

Dieser Song ist ein Waldspaziergang, bei dem man auch die düsteren und finsteren Seiten zu sehen bekommt.

Danach folgt dieses unglaublich wunderschöne und zärtliche Solace-Cover von Makabu.

Come on
we will share some apples.
We’ll sugar them
forget our grief.

Vom Debüt bringt die EP Fighter mit. In dessen Rhythmus kann man schnell versinken und Gedankenverloren davor sitzen, bevor einen Evas Stimme da heraus reißt. Andererseits ist es auch sehr interessant all den Geräuschen und Sounds zu folgen, die sich zu Beginn des Songs finden.

Ich liebe den Refrain in diesem Song. Er strahlt etwas aus, das Tragen kann und in der Melodie immer wieder diese kleinen Frickeleien und Geräusche, die so schön klingen und man nicht weiß, woher sie stammen. Ich mag besonders eines, das eher leise und im Hintergrund zu finden ist. Es erinnert ein bisschen an ein Knistern, an ein Feuer und gleichzeitig auch wieder nicht… (Minute 2:39 bzw. 2:40 und noch mal bei 2:50). Dann dazu das Schlagzeug, das dem ganzen noch mal einen neuen Rahmen gibt, einen Halt, der dem Lied vorher nicht innewohnte.

My fighter, my guard…

Happy Virus (Single Edit) ist der nächste Titel. Der Song mit den Handclaps vor dem Refrain. Die Melodie von Happy Virus erinnert mich die ganze Zeit an eine Art Jahrmarkt, viele Lichter, Fahrgeschäfte und leckeres Essen und kandierte Früchte, um den Kummer gleich noch einmal zu vergessen (im wahrsten Sinne des Wortes).

We live in happy little boxes,
celebrate shopping all day long,
back home
we drink our sky-blue liquids,
a taste of life
on my tongue.

I Love My Harbour im Remix von La Boum Fatale ist der letzte Song der EP und wird als rabiat beschrieben. Und das ist er auch. Er ist das ganze Gegenteil der organischen HUNDREDS-Elektronik. Verfremdete Stimme, kühle elektronische Klänge, hart und schneidend kommt der geliebte Hafen daher…

we can share,
some safety, some fear.
[…]
the seaside is waiting.

„Under The Icicles“ ist eine sehr abwechslungsreiche EP und bietet einen lohnenswerten Blick in das Schaffen der Band. Ich als Makabu-Liebhaber freue mich umso mehr, dass die Cover Version nun auch endlich veröffentlicht ist und Aufmerksamkeit bekommt. Mit dem ebenso bisher unveröffentlichten Remix ist auch für Hundreds-Liebhaber etwas neues dabei..

Heruntergeladen werden kann hier.

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2 Gedanken zu „Zucker gegen Kummer

  1. Pingback: Makabu – Solace (Hundreds Cover): Trost wird dich umarmen | Seelenhafen

  2. Pingback: Ein Ausflug ins Abstrakte | Seelenhafen

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