Die Farben von Nähe und Distanz


Mathias Reetz ist nicht nur (seit 2010 neuer) Blackmail-Sänger, sondern er hat auch schon seit 2006 sein eigenes (Band)Projekt namens „The Heart of Horror“. Neben Mathias gehören außerdem Paddy, Tim und Florian. Nach ihrem Debüt Album „You Need A Coin“ präsentieren sie seit April 2012 ihren Nachfolger „Into My Own“.

Ein paar dieser Titel möchte ich euch hier vorstellen.

Danke an Mathias für das Rezensionsexemplar.

Cover
(c) amazon.de

Going Nowhere. Ein brummiger Sound und ein ebensolcher Bass zu Beginn lassen mich in dieser Melodie sehr wohl fühlen.

I feel lost I can’t get no sleep. The seasons change, nothing to keep. And somehow I can’t comeback – the sweetest thing turns into bitterness.
And I going nowhere…

so die ersten Zeilen, dessen Stimmung mir sehr, sehr bekannt vor kommt. Und kurz vor dem Beginn des Refrains diese wunderschöne Gitarrenmelodie. Die in der zweiten Strophe weitere Melodien im Kontrast zu Bass und Schlagzeug spielt. Sehr angenehm. Und wieder Zeilen, in denen ich mich finden kann. Dann folgt dieser wunderschöne ruhige und beruhigende instrumental Part. Ein etwas schnellerer Beginn, der sich vor allem im Schlagzeug steigert und dann aber in diese wunderschöne ruhige Gitarrenmelodie übergeht und dazu Mathias Stimme. Ein bisschen wie eine Welle, die am Strand ankommt. Zum Schluss folgen noch einmal Gitarrenmelodien, die mich sehr an Postrock-Songs erinnern… ein schöner Ausflug.

Ich liebe die Energie, die in All I Know steckt. Sowohl in den Instrumenten, als auch in Mathias‘ Stimme. Genauso wie den Indie-Rock an sich in diesem Song. Ein Titel zu dem man sich Live vermutlich wunderbar verausgaben kann.

And all I know is that I just can’t stop. And all I hear I guess that is not the words I want to sing to live the life I am in.

Nicht aufhören können, aber irgendwie auch nicht so richtig das Leben, was man gerne wollte, bzw. wie man es sich vorgestellt hat. Auch das kenne ich sehr gut. Und auch hier gibt es wieder wunderschöne Instrumentalparts. Die die Songs zu dem machen, was sie sind und die aufgebaute Stimmung mit in den nächsten Rerain oder die nächste Strophe nehmen, um dann im nächsten Instrumentalteil noch ein Stück energischer zu werden.

Ein ruhiger Beginn. Dann das Schlagzeug und alles erscheint plötzlich lauter eine kurze Ruhephase und die Instrumente klingen plötzlich viel ernster: Der Anfang von Easy. Der Text bestätigt diese Richtung. Einsamkeit.Vergänglichkeit. Und dann kam der Moment, der mich so überrascht hat und mir gleichzeitig mehr als aus der Seele spricht. Nach einem sehr intensiven und gleichzeitig ernstem Instrumentalpart beginnt eine weibliche Stimme zu sprechen (und im Hintergrund Mathias Stimme, singend) ein absoluter Gänsehaut-Moment:

Du hast mich letzthin einmal gefragt, warum ich behaupte ich hätte Furcht vor dir. Ich wusste dir, wie gewöhnlich, nichts zu antworten. Zum Teil eben, aus der Furcht die ich vor dir habe, zum Teil deshalb, weil zur Begründung dieser Furcht so viele Einzelheiten gehören, als das ich sie im Reden halbwegs zusammenhalten könnte…

Mehr von dieser Spannung möchte ich an dieser Stelle nicht vorweg nehmen.

Neben diesen Titeln finden sich auf „Into My Own“ noch eine Reihe ruhiger und eingängiger Songs. Jeder Songs hätte es verdient hier genauer beschrieben zu werden, denn in jedem Song gibt es etwas, an dem ich hängen bleibe und das ich mag, aber ich habe mich hier auf meine absoluten Favoriten beschränkt – so bleiben für euch auch noch mehr Überraschungen 😉

Insgesamt ist dieses Album in gewisser Weise zwischen meinen Welten. Da sind die Zeilen, in denen ich mich wieder finde, die Melodien und Instrumental Parts in denen ich mich sehr, sehr wohl und gemütlich fühle – und dann sind da all die anderen Elemente, die mich wieder zurück holen, eher von oben schauen lassen, als zwischen drin zu sein. Beides zugleich bzw. innerhalb weniger Minuten macht eine sehr ungewohnte Kombination von Nähe und Distanz in mir, die ein sehr außergewöhnliches und schwer zu beschreibendes Gefühl auslöst, oder viel mehr verschiedenste Gefühl zugleich, die sich zu einem vereinigen, wie beim Mischen von Farben.

Die ebenfalls empfehlenswerte und akustische EP „Feels like falling“ kann man sich komplett über soundcloud anhören.

PS: Über das Cover darf sich an dieser Stelle jeder selbst seine Gedanken machen.

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