Ein Löwe für jeden!


Auf Tom Klose bin ich durch einen Facebook-Beitrag aufmerksam geworden. Vor wenigen Wochen veröffentlichte er seine EP „Come Closer“, die sich eher im Bereich Singer/Songwriter verorten lässt – doch angefangen hat der gebürtige Flensburger mit einer Punk-Rock Band, 2008 kam es zu einer neuen Band namens LUX, wo man ruhigere Songs mit Gitarre und Klavier spielte, und seit 2010 beschreitet Tom Klose erste Solopfade und das gelingt ihm außerordentlich gut.

Danke an Tom für das Rezensionsexemplar.

Cover
tomklose.de

„Born a Lion“ hieß der Song, den ich als aller erstes von ihm gehört habe. Was quasi auch das Cover der EP darstellt. Ich mag die Vorstellung, dass in uns allen solch ein Löwe steckt, und diese Kraft, Lautstärke und das Selbstbewusstsein, was dieses Tier mitbringt – gerade für die leisen, stillen und schüchternen Personen, etwas woraus sie Mut schöpfen können.

Außerdem mag ich diese Art der Zeichnung, man spürt, wie viel Handarbeit darin steckt. was sich durch das gesamte Artwork zieht.

Doch die Platte wird nicht mit besagtem Löwen eröffnet, sondern mit einem Song, der auch gut ans Ende passt: Goodnight. Eine wunderschöne, ruhige Klaviermelodie begleitet von Gitarre, Streichern und dezentem Schlagzeug beginnt. Und der Text erzählt von Entfernungen, dem allein sein und wie man sich auch weit weg eine gewisse gemeinsame Nähe schaffen kann, aber gleichzeitig fühlt man sich auch kaputt und gebrochen – Eifersucht. Und dann die erste Überraschung in der Stimme von Tom. Bisher war auch die Stimme so ruhig und angenehm wie die Melodie, doch dann ist da plötzlich etwas raues, lautes, rauchiges – das was ich in Singstimmen so sehr liebe!

Whenever I look up to the moon,
I know it’s the same one that you,
are you looking up to,
and suddenly I don’t feel lonely anymore.

[…]

Good Night no matter where you are,
good night and I don’t care how far away,
good night no matter where you are,
it’s fine as long as you can hear me say.

Good Night.

Born A Lion überzeugt auf jeden Fall durch seinen Rhythmus. Bei dem ich definitiv nicht still halten kann. Er ist nicht aufdringlich, aber dennoch auffällig genug, um nicht unter zu gehen und passt perfekt zu dieser gewissen Dramatik und dem Adrenalin, was der Text versprüht, denn der Löwe – für welche Situationen im Leben er auch immer stehen mag –  ist hier eher Feind als Freund:

So you run run run run
run for your life
it’s gonna eat you alive

Auch ein sehr schönes Akustik-Gitarren-Solo gibt es zu hören und ich sehe mich rennen…und auch hier gibt es wieder die intensiven Momente der Stimme – dazu völlig im Kontrast, das kurze Streicher-Solo am Ende, das sehr düster und fast ein wenig ängstigend wirkt, so allein. Es verschlingt einen fast…

Let You Go. Traurige Streicher. Ein Tröstendes Klavier und ein Schlagzeug, das den Arm um die Schulter legt – und Verzweiflung in der Stimme. So klingt es, wenn man jemanden gehen lässt, sich trennen muss, aufgeben muss, aber trotzdem weiter liebt…

She is gone now so let her go,
it’s not that easy I know, I know,
she is gone now so let her go,
yes I’m trying but it hurts me so.

Doch trotz anhaltender Verzweiflung und Schmerz, kehrt in die Melodie ein wenig Wärme und Zuversicht zurück.

To Hurt And To Be Hurt ist für mich persönlich der Höhepunkt der EP. Ein eingängiger und kraftvoller Rhythmus lädt zum Tanzen ein. Und mal wieder geht es ums allein sein, die Liebe und das verletzt Sein. Großer Höhepunkt hier die Bridge!

Help me help me,
I am turning into stone,
help me help me,
no one likes to be alone

Vor allem auch, weil Toms Stimme hier zeigt was sie kann! Doch hört selbst:

Down By The Water. Ein Song, den ich mir sehr gut zu einer Grillparty, bei schönem Wetter am See vorstellen kann. Ein Song, mit dem man einfach nur den Moment genießen kann.

From far away I see a light,
and I remember that one night.

When we sat down by the water,
where the lovers always go,
it was high-tide and the moonlight,
would make the water flow.

And with sunrise we would feel like,
we had never felt before,
well that’s just how it goes,
that’s how the water flows.

That’s how the water flows.

Und die Musik klingt genauso, wie ich mir diesen Ort vorstelle. Aufs Wasser schaue…

Zum Abschluss gibt es noch einmal einen ruhigen Song. Ceasefire. Auch hier ist eine zerbrochene Beziehung Thema und woran man glaubt und woran eigentlich nicht, und wie jemand ist und eigentlich doch nicht. Und dann wird aus diesem ruhigen, fließendem Rhythmus, der nur im Refrain etwas aufgeregt und verzweifelt ist, noch etwas ganz anderes. Es erinnert mich ein wenig an Sonne, Strand und bunte Cocktails…

Alles in allem eine sehr, sehr gelungene EP! Sehr abwechslungsreiche, vielschichtige Melodien zusammen mit einer angenehmen, aber auch rauchig, rauen Stimme, gepaart mit emotionalen Texten. Wer so etwas sucht, ist bei Tom Klose genau richtig.

Wer jetzt neugierig geworden ist und mehr hören möchte, der sollte unbedingt auf die Homepage von Tom Klose schauen, denn da kann man sich eine ganze Reihe von Songs herunterladen. Sehr zu empfehlen ist „Phönix“ – nach dem Intro sprechen aus diesen Saiten Swing und Rock, die so schnell nicht mehr los lassen!!

Take me up high
take off and release me from my earthliness
into the sky
and show the sun how to make a fire
so come on baby set the sky on fire

Wer wissen will, wie Tom Klose live klingt, der sollte sich unbedingt die folgenden Videos anschauen:

Tom Close & Band @ Wolkenkuckucksheim.tv

Tom Klose & Band bei Bauwagenmusik

Tom Klose beim Singer-Songwriter Slam 2011 (Hurt and to be hurt – sehr empfehlenswerte Version!!)

Interview und Performance mit Band bei yomee.tv

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