Mit Razz im Fluss


Eine Debüt EP von einer jungen Band aus Schöninghsdorf in Niedersachsen. Razz heißen sie und sind im Einzelnen:

Niklas Keiser (Stimme und Rhythmus Gitarre)
Steffen Pott (Schlagzeug)
Christian Knippen (Lead Gitarre und Hintergrundgesang)
Lukas Bruns (Bass)

und lassen mich beim ersten Hören sprachlos und verwundert zurück. Denn diese raue und sehr eigene Stimme ist noch keine 20 Jahre alt und auch der Rest der Band ist genauso jung und das, was da an so dichtem alternativem Rock aus den Boxen kommt, klingt so eingespielt und gut, dass man den Eindruck hat die Jungs gibt es schon ein paar Jahre, doch weit gefehlt – gegründet haben sie sich im Jahr 2011. Und das, was da vor mir liegt ist immer noch erst eine Demo EP!

Danke an Niklas für das Rezensionsexemplar.

Cover

Das Cover ist dieses beeindruckende und sehr atmosphärische Foto.
Sechs Songs finden sich auf der ersten Veröffentlichung. Hier soll es einen Einblick in ausgewählte Songs geben.

Escape. Der erste Song. Gleich zu Beginn dieser wunderschöne einzelne Gitarrenton. Zwei mal und dann setzt der Rest der Band ein und die angenehm raue Stimme von Niklas setzt ein. Ein Rhythmus, dem man sich nicht entziehen kann, zu dem man sich bewegen muss. Nur das mit der Flucht klappt irgendwie nicht, denn je häufiger man das Lied hört, desto hartnäckiger bleibt seine Struktur im Ohr.

Up To You. Auch dieser Song beginnt mit einer eingängigen Melodie. Ich liebe hier vor allem die Gitarren und den Bass. Und je öfter ich diesen Song höre, desto mehr habe ich den Eindruck, dass die Stimme nicht anders klingen darf.

you haunt my thoughts and kill my hope

I was to weak to stand the truth
and if I jump – catch me and bring me up to you

und zwar völlig egal wohin man springt, oder wovor man flüchten will. Ich mag diese Zeilen und weiß nicht genau warum. Vielleicht liegt es an dem Gefühl, was in dem Song steckt und daran, dass ich selbst oft mit Gedanken kämpfe und verstorbene Hoffnung spüre…

Und dann stellt sich mir die Frage, wer verbirgt sich für mich eigentlich hinter dem „you“ und alle, die es sein könnten, die mich auffangen könnten, sind so weit weg.

Nach einem Instrumental-Part gibt es noch mal ein kräftige, raues „up to you“, das fast schon verzweifelt klingt, so klingt wie ich mich fühle wenn ich an all die Personen denke, die gerade so weit weg sind.

Second Try. Ein ruhiger Song. Und wohl auch der Song, der den Leuten am häufigsten gefällt. Ein Song, der eine ganz spezielle, ansteckende Harmonie in seiner Melodie trägt. Und im Verlauf entwickelt sich fast schon unbemerkt ein Gitarrensolo, das nicht unbedingt im Mittelpunkt steht – plötzlich ist es da zwischen Instrumenten und Stimme. Es macht unglaublich viel Spaß das zu verfolgen.

Bei Shelter beeindruckt mich vor allem das dichte Gitarrensolo. Immer und immer wieder großartig, aber gleichzeitig steckt da auch eine ganze Menge Potential drin. Ich kann hören und spüren, dass dieses Solo noch sehr, sehr wachsen und sich entwickeln kann und hoffentlich auch wird im Laufe der kommenden Live-Auftritte.

Und ich bin immer noch sprachlos, wenn ich mir vor Augen halte, dass das eine so blutjunge Band ist, die da spielt und jetzt schon so unfassbar gut ist. Stimme und Gitarrensoli tragen unglaublich viel mit sich, was sich über die Jahre zu einem noch größerem Genuss entwickeln kann.

Die EP ist alternativer Rock, der sehr, sehr eingängige Melodien im Gepäck hat, die aber nie beeinflusst vom pop, oder gar poppig klingen, sondern ihren eigenen Weg von der Quelle zur Mündung finden und dabei gerne mal über Stock und Stein fließen, was ihnen gut tut. Ich bin gespannt, was auf der Reise zur Mündung noch alles passieren wird.

Mit jedem neuen Hören mag ich diese EP mehr, lerne ich sie ein Stück besser kennen und es entwickelt sich Stück für Stück diese Vertrautheit, die mir nur selten begegnet und die mir sehr kostbar und wertvoll ist. Diese Vertrautheit, die Musik zu einem Begleiter machen kann.

Wer diesen Fluss auch entdecken will, der sollte im Youtube Channel umschauen, oder sich dieses komplette Live Konzert im Jugendzentrum „Alte Post“ in Sögel anschauen. Unter Anderem auch mit derzeit noch nicht veröffentlichten Songs. Das Konzert beginnt ab Minute 16:32

Escape
Expectations
Up To You
Lipstick
Second Try
Mrs. Jack
Don’t Be A Fool
Youth & Enjoyment

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