Das Geschichtsbuch unserer Seelen


Enya Haas ist derzeit 18 Jahre alt, kommt aus Triberg (Baden-Württemberg) und veröffentlichte im April 2013 sein Debüt Album „Way To Myself“. 13 Titel befinden sich auf diesem Album, einer davon ein Track zusammen mit Kathi Krebitz und Tom Bayer.

Er macht Klaviermusik. Eingängig, angenehm und zurückhaltend. Er selbst beschreibt das, was er macht, wie folgt:

„Es ist nicht meine Absicht mit einem bestimmten Genre verbunden werden. Jedoch orientiere ich mich stilistisch an New Age und der Minimal Music“

Aufmerksam auf dieses Debüt Album bzw. seine Musik überhaupt, wurde ich über einen Post im Facebook-Blog von Bossi.

Ich hörte in die dort verlinkten Hörproben und war sofort völlig begeistert und berührt zugleich, sodass ich mich dazu entschloss, zu diesem Album eine Rezension zu schreiben.

Einen Teil der Songs, möchte ich euch hier vorstellen.

Danke an Enya, für das Rezensionsexemplar.

Und dieses berührt sein setzte sich nach den Hörproben mit dem Artwork fort. Verpackt in einen Pappschuber in sandigem gelb bzw baige gehalten, das Cover. Auf der Rückseite schlicht auf der selben Farbe die Titel in grauer Schrift.

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Hole ich das Album aus dem Pappschuber fühlt es sich jedes Mal an, als packe ich ein kleines Geschenk aus, eine kleine Aufmerksamkeit zwischen all der Schnelllebigkeit im Alltag. Das Cover aus Dreiecken gestaltet, es erinnert an ein Mosaik.

Schlägt man das Booklet auf, taucht man ein, in eine ganz eigene und auch sehr private Welt. Nämlich in die von Enya. Fotos von Enya, die mich über einen Pfad führen, einen Pfad der sehr privat ist, aber mich auch bewusst an die Hand nimmt und mich durch diese Kinderbilder führt. Es breitet sich plötzlich Ruhe und etwas Friedliches in mir aus. Besonders das Foto auf der Rückseite der CD Hülle entführt in einen Moment und an einen Ort, an dem man völlig ungestört sein kann, für sich sein, Ruhe finden und genießen.

Deep Springlight ist der erste Titel des Albums. Die Melodie erinnert an eine kühle Vollmondnacht voller Melancholie. Erst langsam beginnend wird sie schneller und es fühlt sich an, als würde dieses Lied mit einem unsichtbaren Partner in dieser Nacht tanzen, um sich dann wieder zu beruhigen, um ein wenig glücklich lächelnd in den Sternenhimmel zu schauen. Dann tauchen Verzweiflung und Dramatik auf, und es scheint, als sei die Melodie auf der Flucht, aber diese Flucht ist so unglaublich schön, wandelt sich eher zu einem unbeschwertem rennen durch eine Frühlingswiese. Doch im nächsten Moment ist da wieder die kühle Vollmondnacht und ein Blick des Vermissens in den Himmel. Zum Ende hin ist da noch einmal eine zarte Schwere, die den Titel ausklingen lässt.

Create Times. Dieser Song ist deutlich fröhlicher und hat diese Leichtigkeit, die einem ein großes Lächeln auf die Lippen zaubert. Danach eine Pause. Der Rhythmus ist nun langsamer. Zeit zum Durchatmen und genießen, dabei sehe ich mich in einem Wald stehen, in dem alles lebt, blüht und fließt und sich am Moment erfreut. Dann beginnt das Klavier zum Tanzen einzuladen und man wippt zum Takt. Darauf folgt so etwas wie Distanz und unglaubliche Schönheit. Und dann wieder der Teil mit dem Lächeln und dem Wald. Und ich merke wie dieses Lied Zeit schafft. Zeit, um mit sich zu sein.

Circle beginnt mit einer Spannenden Melodie, die durch Erleichterung abgelöst wird, aber dennoch nicht gänzlich verschwindet, sondern sich nur in den Hintergrund zurück zieht, um dieser Erleichterung halt zu geben. Gefolgt von Unbeschwertheit. Doch dann wird es plötzlich traurig, aber schnell richtet sich der Song wieder auf und die Traurigkeit klingt eher nach so etwas wie „ich gebe nicht auf“ und dann sind da kurz vor Ende noch einige, wenige Töne, die so wunderschön klar klingen und wie ein schlichtes und eben genau dadurch schönes Solo wirken…

Way To Myself. Der Titelsong. Nach einigen schnelleren Stücken wieder ein eher ruhigerer Titel. Einer, der sehr vorsichtig und aufmerksam ist und auch kraft hat. Im Hintergrund immer wieder lange Töne, die wohltuende Entspannung bringen, während im Vordergrund das Klavier seinen Weg geht. Erst vorsichtig und leise, dann immer kraftvoller, lauter und selbstsicherer, bis zur nächsten Passage, in dem alles einfach nur nach Zufriedenheit klingt.

Hope ist ein Song der unglaublich berührt. Der seine Arme ausbreitet, um zu umarmen, den ich selbst gern umarmen will, um ihm zu Danken für dieses tiefe Gefühl, dass so aufwühlend und haltend zugleich ist. Ich möchte ihn umarmen und nicht mehr los lassen, um dieses Gefühl noch intensiver wahrnehmen zu können und noch dichter dran zu sein und es so schnell nicht mehr gehen lassen zu müssen. In dieser Melodie klingt dieses ungewisse, dieser kleine leuchtende Funken in der Zukunft.

Die große Kunst dieses Debüts ist es immer wieder zwischen den Emotionen gekonnt hin und her zu gehen und das innerhalb eines einzigen Liedes. Immer wieder Pausen, Rhythmus und Melodieänderungen, aber nie verliert man sich dabei und landet irgendwo, wohin man gar nicht wollte.

Immer wieder sind die Stücke in der Lage Geschichten herauf zu beschwören und immer wieder kann man sie aufs Neue und neues in ihnen entdecken. Mehrmaliges Hören lohnt sich also.

Jeder Song erzählt eine Geschichte, die tief in unseren Seelen versteckt war. Meine kennt ihr nun, welche sind die euren?

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