Liebevoller Erstling


Auf Moritz Liebig bin ich durch diese großartige Coverversion von Norman Sinns „Was Dir Fehlt“ aufmerksam geworden.

Beheimatet in Dietzenbach studiert er derzeit an der TU Ilmenau (wo auch die Anfänge von Zebresel zu Hause sind) angewandte Medienwissenschaften und hat im Rahmen seines Bachelorstudiums eine drei bzw. mit einem Bonustitel, vier Track starke EP aufgenommen. Sein Debüt trägt den Titel Gedankenspiele, das er wie folgt beschreibt:

Handgemachte Musik mit Herz – so kann man meine Musik wahrscheinlich am besten beschreiben. Mit einer Akustikgitarre um den Schultern und Percussion und Saxophon als Begleitung spiele ich verträumte Lieder mit Tiefsinn. Zwischen Realität und Fantasie erzähle ich Geschichten, die Raum zum Nachdenken schaffen sollen. Wie der Zuhörer diesen Raum einrichtet, um sich darin wohl zu fühlen, ist seinen Gedankenspielen überlassen.

Danke an Moritz, für das Rezensionsexemplar.

Cover
(c) Facebookseite: Moritz Liebig – Handgemachte Musik

Das gesamte Artwork des Covers ist sehr liebevoll gestaltet und greift auf, was dem ein Ein oder Anderem vom sogenannten Holi Festival of Colours bekannt sein dürfte. Für die Gestaltung des Albums ist es jedoch sehr viel eleganter geworden. Auf dem gesamten Artwork finden sich immer wieder weichgezeichnete / verschwommene / verwischte Farbwolken, die ich mir immer wieder gern ansehe und deren Leuchtkraft eine große Lebensfreude ausstrahlt. Verantwortlich für die Fotos ist Katarina Perlak. Außerdem wurde Moritz von seinem Bruder Fabian mit Percussion und Saxophon unterstützt.

Damit es spannend bleibt, sollen an dieser Stelle nur zwei der vier Lieder genauer vorgestellt werden.

Planlos. Der Song beginnt mit einer schlichten aber unglaublich groovigen Gitarrenmelodie, die sofort ins Ohr geht und vor allem auch dort bleibt! Die einen förmlich dazu auffordert sie ab sofort nicht mehr aus den Augen zu lassen, was mit dieser fast schon erotisch tanzenden Art eines der leichteren Übungen ist. Im Refrain hingegen wird es leichtfüßig und unbeschwert. Das Saxophon das später hinzukommt, ist eher warm und anschmiegsam. Was man wohl auch braucht, wenn man trotz eines fehlenden Planes, der einen wach hält und anderen Stolpersteinen, irgendwo ankommt und sich trotzdem gut damit fühlt:

„folge planlos weiter meinem Weg, denn ich kam nie auf die Idee, ich bräuchte einen Plan und kam trotz Fehlern an meinem Ziel stets an.“

Gesucht. Beginnt mit einem treibenden Rhythmus und einer dichteren Melodie. Die fast schon ein wenig panisch oder hektisch wirkt, denn

„Dies ist ein Hilferuf, ich hab sie lang schon nicht gesehen und überall gesucht, ich weiß nicht wo sie ist, und hab schon Flugblätter verteilt, doch das hat nichts genützt.“

Es handelt sich um die verloren gegangene Phantasie. Eine sehr schöne Idee, den Hörer erst im unklaren darüber zu lassen, wer da verloren gegangen ist.

Ein Saxophonsolo ist auch mit dabei. Es ist jedoch das gesamte Gegenteil vom Saxophon in Planlos, denn diesmal tanzt es mit großer Freude im Regen und bringt neben der Melodie im Refrain Zuversicht in den Song.

Hört man die Debüt EP von Moritz Liebig merkt man in jedem Moment, dass er große Freude am Musik machen hat, was sich auch in den Texten und Melodien wieder findet. Denn trotz der grauen Wolken ist da immer Freude und Zuversicht und vor allem auch Leichtigkeit und Unbeschwertheit im Song zu finden. In jedem der Songs gibt es einen solchen Wendepunkt.

Ein wirklich fröhliches, schönes und vor allem in jeder Hinsicht liebevolles, kleines Erstlingswerk.

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Ein Gedanke zu „Liebevoller Erstling

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