Tief durchatmen – und los!


Sonuvab!tch sind eine fünfköpfige Band aus Oetteln in Mecklenburg-Vorpommern und haben sich 2009 gegründet.

Tobias „Horstie“ Horstmann – Vocals

Georg Salomon – Rhythm Guitar, Shouter

Johann Knoche – Lead Guitar

Lennart Münchow – Bass

Lucas Bartels – Drums

beschreiben ihre Musik in Richtung Rock, Pop-Punk und Alternative gehend. Für meinen Geschmack findet sich da aber auch schon etwas mehr metallisches als rockiges wieder.

Hier sollen einige Songs aus ihrem Debütalbum „Holiday Heart Syndrom“ vorgestellt werden – erschienen im November 2013 – sodass sich jeder einen Eindruck machen kann.

Danke an Georg, für die Anfrage und das Rezensionsexemplar.

Cover
(c)soab-online.com

Das Cover macht mit seinem Totenkopf und den düsteren Farben einen interessanten Eindruck und stellt für mich durchaus das unangenehme Gefühl des Syndroms dar, was nichts anderes als Vorhofflimmern nach übermäßigem Alkoholgenuss bedeutet.

Skulletor. Ist der dritte Song des Albums und legt einen schnellen Rhythmus vor. Und bringt Wut und Trauer einer verlorenen Beziehung auf den Punkt. Im Refrain wird es fast ein wenig versöhnlich da die Melodie leichter wird und angenehm popige Töne anschlägt. Danach schlägt es fast schon in Verzweiflung um, wenn es heißt:

Go Take The Fist To Punch On Me!
Go Take The Fist To Punch On Me!
Go Take The Fist To Punch On Me!

COME ON! COME ON!

Die Gitarren stampfen diese Wut aus Grund und Boden – die mich von Klang und Rhythmus her sehr an Metal erinnern – und diese Wut auch gleich wieder dahin zurück, denn es folgt wieder der überaus leichte und melodisch gut gelaunte Refrain, der offenbar abschließen kann:

Open your eyes
Can’t you see?
This is not what it should be
It is a lie you used to swallow
While you’re sitting on fixed hands
Come on and let it end.

Doch am Ende bleibt noch Hoffnung:

[…] I won’t let it end
And even if we sometimes fight
Even if we sometime cry
I won’t let it end

Ich mag zum Ende des Songs die Gitarre im Hintergrund sehr, weil sie trotz der Unzufriedenheit und dem nicht wissen was jetzt eigentlich los ist, zuversichtlich nach vorn schaut, mich in ihren Bann zieht und so von dem eigentlichen Kampf, der Unsicherheit, der Hektik des Songs ablenkt, und gute Laune schenkt.

Lion’s Fall erinnert im im eher ruhigeren und gemütlichen Rhythmus der Strophen an Sprechgesang, gepaart mit rockigen Beats und dickem Bass schwebt in meiner Erinnerung ein Mischung von Linkin Park und Limp Bizkit, sehr dezent, aber vereinzelt wahrnehmbar, was den Stimmen von Tobias und Georg sehr gut steht und ebenso sehr gut zum Rhythmus des Songs passt. Im Refrain schwebt mir vorbewusst ebenfalls eine Erinnerung an eine andere Band umher, die mir aber nicht einfallen will. Aber genug mit den Parallelen denn der Song überzeugt durch eine sehr schöne eigene Mischung.

Why? Can you tell me why you don’t care?
Why? Can you tell me why you just stare?
Why? You’re not free, you’re paralyzed.
Why? You don’t see we’re in a fight?!

Face your liability!

Nicht nur draußen ist Krieg! Sondern auch zwischen den Seelen.  Und wieder überzeugt dieser Song mit einem alles positiv vereinenden Refrain der doch noch einen Funken Hoffnung aufkommen lässt – alle Aggression scheint verschwunden. Doch im nächsten Moment ist sie wieder da:

Leave, leave, yeah and never come back again,
Right now and don’t turn around. And then
See all the blood that runs down the streets
It is your fault, pray down on your knees!

I say it’s time, to march upon the street.
I say it’s time, to overthrow the freak!
A million fists towards the sun,
Maybe they won’t stop the kill
But the biggest power on,
Earth is the human will.

Die größte Kraft auf Erden ist der menschliche Wille. Ein Satz über den man lange nachdenken kann und dabei wahrscheinlich genauso viel positive wie negative Dinge findet. Nach dem sich daran anschließenden melodischen Refrain folgt die Bridge, welche diese Melodie mit nimmt und harmonisch mit der flüsternden Stimme von Tobias fließt…

Courage beginnt mit einem sehr dichten Gitarrenriff und bringt ebenfalls eine sehr eingängige Melodie mit. Courage beschreibt Schuldgefühle nach Straftaten, aber auch die mutigen Momente dazwischen zu gehen .

no emergency exit- you have to stay.
You will fall! Fall to find, to find another way
to atone your guilt, don´t…. Don´t run away!

Come on now
Take heart now
Come on and get awake of your sleep.
Come on now
Bring it on now
Come on and thwart this evil deed!

Doch da sind auch die quälenden Momente der anderen Seite, die der Opfer, denen nicht geholfen wurde. Auch hier ist eine unglaubliche Energie und Kraft in den Gitarren, die sich aufstaut und sich am Ende in Form eines ebenso spürbar anstauenden wütenden Schreis des Sängers entlädt und gleichzeitig den spannendsten Punkt des Songs ausmacht.

Somke Screen ist ein sehr rockiger Song mit sehr schnellem Rhythmus. Smoke Screen erinnert mich an eine Zeit voller Wut, voller geschluckter Aggressionen, an einen falschen Platz – an mich zur falschen Zeit am falschen Ort – all diese Aggressionen finden sich im Song:

I’m losing, I’m losing,
I’m losing self control.
You’ll have a, you’ll have a
You’ll have a nasty fall!

And everything what I hear
Is that it’s not so hard.
And everything what I hear
Is that it’s just a bad start.
I try so hard to suppress my fear,
While everything what I need is an open ear.

Don’t hide you anger behind a smoke screen
Full of faked smiles and lying laughs.
Can you feel it, there’s a difference between
Your appearance and your crying heart.

Mit den großartigen Shouts kann man hier das ein oder andere nachholen, oder für alle, die gerade in solch einer Situation stecken: Druck los werden.

Natürlich hat das Album auch Inhalte zu bieten, die man bei einer Band mit solchem Namen erwarten darf, diese sind jedoch nicht mein Geschmack, denn sie sind textlich sehr direkt und beschäftigen sich mit Oberflächlichkeiten. Melodisch gehen sie ähnliche Wege, wie die beschriebenen Songs. Druckvoll, rockig, mit metal-einschlag und eingängigen Melodien.

Dennoch ist Holiday Heart Syndrome ein gelungenes Debüt, mit viel Abwechslung und melodisch, rhythmisch und textlich sehr bunt! Die Jungs bringen unglaublich viel Energie mit – zum durchatmen bleibt kaum Zeit – man stürzt sich kopfüber ins Getümmel, was gut ist, wenn man sich einfach mal mitziehen und treiben lassen will, im Strudel von laut, schnell und aggressiv-wütend, um vergessen zu können und nicht wahrhaben zu müssen, wenn man nicht darüber nachdenken möchte, ob das jetzt gut, schlecht, falsch oder richtig ist – um sich danach einmal zu schütteln, festzustellen, dass es gut getan hat, um dann anzufangen das erlebte zu sortieren…

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