Päckchen tragen


Nach „Greetings and Salutations“ veröffentlichten die Belgier von Intergalactic Lovers im Februar 2014 ihr zweites Album mit dem Namen „Little Heavy Burdens“ ebenfalls bei Grand Hotel van Cleef.

Danke an Susan für das Rezensionsexemplar.

Cover (c) ghvc.de

An diesem Cover fasziniert mich immer wieder der Fuchs. Die braun töne harmonieren gut mit den Songs des Albums – ruhig / beruhigend und gleichzeitig auch gut passenden zu der rockigeren Richtung als noch der Vorgänger.

Northern Rd. eröffnet das Album mit einer ruhigen, zurückhaltenden und auch eingängigen Melodie, die direkt zum mit bewegen einlädt und im Verlauf des Songs eine angenehme E-Gitarre hinzukommt, die dem Song noch einmal das gewisse Etwas verleiht und aus der Zurückhaltung etwas interessantes und angenehm energetisches macht. Diese beschreibt auch gut den Druck, der sich aufbaut, wenn man nicht anhalten kann, weil der Ort an dem man sich befindet, nicht zu einem passt und die einzige Lösung das weiter fahren ist… und wenn man einmal drin ist, kommt man so schnell auch nicht wieder raus – man muss die Konsequenzen seiner Entscheidung tragen, auf dem Weg ins Nirgendwo und der Straße des Lebens:

The narrow road leading to nowhere, the four of us in a big old car
The way you’re driving it’s making me nervous, the road is long and there’s no way out.
[…]
There are no breaks and we can’t stop, the only way out is a long way down. its a lost road with odd intersections.
[…]
Oh we are driving we are driving, we are driving too fast oh we are we are driving, we could crash.
[…]
Starting fire, fire when we crash.

Obstinate Heart zieht sofort in seinen düsteren Bann. Dunkle Tastentöne zu den ersten Zeilen, die mich immer wieder faszinieren:

Black veil, covering the hole in my heart that you shot out
Your finger at the trigger, never thought you had the guts to shoot me out

Auf ganz subtile Weise wird in diesem Titel all die Wut auf diese Person deutlich, die einem einmal sehr am Herzen lag. Wie Spinnweben umgarnt dieses Gefühl das eigene Herz. Auch hier bleibt die Melodie auf die typisch angenehme Weise der Intergalactic Lovers zurückhaltend und streut mich E-Gitarren erneut das, was den Song rund macht.

Who are you? Who are you?
To tell me how a love should feel like?
Who are you to doubt my heart?

Aber die positive Nachricht dieses Songs ist – Jedes Ende ist die Chance auf einen Neubeginn.

Islands. Die erste Single des Albums mit einer eingängigen Melodie und einem Stück das den Übergang zwischen altem und neuem Album wohl am besten ausdrückt. Die Melodie hat diesen angenehmen unaufdringlichen Fluss, der einen mit nimmt, ohne, dass man bemerkt wo man eigentlich genau ist. Und auch hier fallen sanfte E-Gitarren-Elemente auf, die sich dezent im Hintergrund halten und man sie fast schon ein wenig suchen muss, bis im Verlauf des Songs ein wenig deutlicher werden, aber dennoch sehr zurückhalten auftauchen.

The Fall Part 1 ist das einzige Instrumentalstück der Platte. Das erste Stück in dem sich die E-Gitarre deutlich zeigen und das Stück angenehm klar aber auch hin und wieder brummig einleiten. Im Hintergrund ein Rhythmusinstrument, das an zirpende Grillen erinnert. Dabei bleibt es allerdings auch. In dem Moment, in dem man denkt: eigentlich müsste da jetzt noch etwas kommen, jetzt geht es los – ist es vorbei. Dennoch tut die Deutlichkeit der E-Gitarren dem Stück und dem Album sehr gut.

The Fall Part 2. Am Beginn ist nichts mehr von den eben noch schönen Gitarren zu hören. Eine eigene Melodie, die lediglich etwas metallischer klingt und ein klein wenig Nachdenklichkeit in sich trägt macht den Song aus. Sängerin Lara hat hier im Refrain zusammen mit der Melodie diesen einen Moment, der auf ewig im Ohr bleibt und gleichzeitig eine gewisse berührende Tiefe ausstrahlt – großartig

War ist noch einmal ein Titel, der ein wenig aggressiver ist und er lässt wieder die E-Gitarren raus! Sie wüten jedoch sehr überlegt, was dem Song eine ganz eigene Spannung verleiht – vor allem im Zusammenspiel mit dem Schlagzeug. Zu Beginn begrüßt einen jedoch ein genüssliches Fiepen. Vor allem in diesem Song wird der Titel des Albums besonders deutlich. Gemeinsam durch den Krieg und in gewisser Weise auch gegen all diese kleinen, schweren Lasten in Alltag und Leben – und das mit einer sehr motivierenden Entschlossenheit:

Gettin‘ ready for war
take me with you I just need a home
come on and gimme your hand
stay with me don’t wanna die alone
don’t you worry I’ll be here
take me with you I just need a home
come on gimme your hands

Halt und Sicherheit scheinen die einzig Wirksamen Mittel gegen all diese little heavy burdens zu sein – vorausgesetzt man überhört in all dem Chaos und der Angst diese Bedürfnisse nicht…

Intergalactic Lovers haben mit ihrem Zweitling ein Album veröffentlicht, auf dem sie rauer klingen, was ihnen unglaublich gut tut und unbedingt ausgebaut werden sollte!! Es klingt auch oft eine angenehme Entschlossenheit in genau diesen rauen Tönen. Sie haben es geschafft dabei auch die runden weichen, fließenden Melodien, die Intergalactic Lovers so sehr ausmachen mit diesem rau zu vereinen, bzw. das raue zu zähmen und immer sehr überlegt und zurückhaltend einzusetzen, was gut gelungen ist. Dennoch bleibe ich dabei, dass ein bisschen mehr rock bzw wild genau dieser Art der weichen und fließenden Töne der Band absolut entgegen kommt und beide Arten und Weisen sich da sehr gut finden und ergänzen können.

Also bitte unbedingt mehr davon auf dem nächsten Album!!

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