Gitarre und Stimme


Zuerst erschienen bei: http://musikfueruns.de/allgemeines/headline/gitarre-und-stimme-brthr

Hinter BRTHR (sprich wie „Brother“) steckt Philipp Eissler aus Stuttgart. Er macht akustische Musik, auf das Wichtigste und Wesentliche reduziert. „Mir ist es wichtig etwas Echtes, etwas Reales zu schaffen. Einen Raum alleine mit Stimme und Gitarre zu füllen hat etwas Ursprüngliches. Das Publikum bekommt genau das zu hören was es sieht.”, heißt es im Pressetext zu seiner Musik. Seine erste Veröffentlichung ist seine selbstbetitelte 4-Track-EP „BRTHR“, die seit Anfang 2014 zu haben ist und ausschließlich aus Stücken mit Akustikgitarre besteht.

Danke an Philipp für das Rezensionsexemplar.

The Flood eröffnet die EP mit einem eingängigen Rhythmus, der direkt einlädt, mit auf das gerade noch gebaute Floß aufzuspringen und sich auf eine Reise zu begeben. Eine Reise, zu sich selbst:

„when the noise of thunder won’t catch your ear

   ‘cause your heart is deaf from all your fears.

 I’ll carry you home”

Und der Frage nachzugehen, was das eigene Herz noch erreicht und wie es uns tatsächlich geht, wenn wir tief in uns hinein hören. Aber auch wenn  dort all die Ängste sind, ist da jemand der Halt geben kann.

Still Remember. Ein ruhiger und nachdenklicher Titel, der sich um Erinnerungen an eine Person dreht, mit der offenbar nicht alles schön war. Dennoch sind da die Erinnerungen an vergangene Momente und der Glaube daran, dass sie doch noch da ist:

„I still remember your name

I still remember your ways

And as I still remember the times

You just can’t be gone“

Gerade die Begleitung der Gitarre ist es, die diesen Song so schön und liebevoll zurückhaltend macht.

New Year, New Seeds bricht mit der klassischen Strophe – Refrain – Strophe – Struktur, denn der gesamte Song hat einen durchgängigen Text. Auch die Melodie folgt den beiden ersten Songs. Sie treibt nicht mit viel Energie und Kraft nach vorn, sondern überzeugt erneut eher mit guter und angenehmer Stimmung. Dafür ist es hier der Rhythmus, der einen für sich gewinnt. Bei diesem Song gibt es immer wieder Momente, die den ureigenen Klang einzelner Gitarrensaiten zum Vorschein bringen und dabei so viel Schönheit schenken. Mit diesem ganz eigenen Klang, der heraussticht aber auch zum Song passt, verbreiten sie Gemütlichkeit, die sofort spürbar wird und mich für einen kurzen Moment umarmt.

„Before the night melts on the fields

Won’t you mind to bring out new seeds

They’ll bring you back next year”

Diese Zeilen machen Mut, daran zu glauben und darauf zu hoffen, dass man sich nicht aus den Augen verliert.

No Sleep ist der letzte Song der EP. Er ist wieder ein ruhiger Song, passt damit aber sehr gut in eine schlaflose Nacht. Er macht es einem sehr leicht, sich genau mit solchen Nächten zu versöhnen, sie mit einem Lächeln zu genießen und seine Gedanken schweifen zu lassen. Wären da nicht die Zeilen:

“I sense the days when we were younger

I sense the days that have been

I cannot say we’d come a long way

We cut the seeds just as they came”

Doch kein positives Wiederkehren, wie eben noch in “New Year, New Seeds”? Das darf jeder für sich BRTHRselbst entscheiden, wenn er die Songs einmal gehört hat.

BRTHR ist mit seiner ersten Veröffentlichung eine angenehme EP gelungen, die mit ihrer Einfachheit durchaus überzeugt und für mich besonders stark in ihren natürlichsten Momenten ist. Die Akustikgitarre als einziges Instrument bringt die Songs und auch den Sänger sehr nahe und verbreitet eine sehr zerbrechliche Atmosphäre. In genau dieser liegt aber auch die Stärke der EP, denn diese zerbrechliche Atmosphäre hat etwas sehr Natürliches. Sie bringt gleichzeitig Leichtigkeit und angenehmen Zeitvertreib, mit dem man auch tiefer gehen kann, wenn man es möchte. Der Hörer entscheidet selbst, worauf er sich einlässt. Mit etwas mehr Abwechslung in den Melodien und hier und da ein klein wenig stärkerer Stimme könnte BRTHR zukünftig die Gefahr umgehen, bei längerer Spieldauer in den verschiedenen Songs zu ähnlich zu werden.

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Sparks ist ein Song, der nicht auf der EP vertreten ist, zu dem es aber folgendes sehr schönes Video gibt:

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