Ein Ausflug ins Abstrakte

Das Trio Schmetterling sind Alexander Binder, Jan Roth und Keisuke Matsuno. Zu Hause sind sie in Erfurt und New York. Die Musik, die sie machen ist instrumental und entsteht durch Bass, Schlagzeug, E-Gitarre und Synthesizer.

Im Interview auf mucbook beantworten sie Fragen zu ihren Songs so:

http://www.mucbook.de/2013/05/12/interview-trio-schmetterling/

Ihr habt einmal gesagt, eure Musik klingt wie ein Soundtrack, zu dem es keinen Film gibt. Wie sollte so ein Film aussehen?

Jan: Schwer zu sagen. Jeder spult seinen eigenen Film ab, es gibt ja niemanden, der Texte oder Inhalte vorschreibt. Das eigene Kopfkino ist wichtig.

Ihr sprecht gerade die fehlenden Texte an. War Stimme oder Gesang für euch nie ein Thema?

Jan: Nie, nie, niemals. Wir haben einen anderen Zugang zur Musik, als jemand der Songs schreibt. Wir gehen über unser Instrument ran.

Alex: Worte sind nicht das Medium, mit dem wir uns am besten ausdrücken können. Wir fühlen uns so viel wohler, da können wir vielmehr damit sagen. Eure Musik ist also rein durch die Titel mit Wörtern verbunden.

Was hat es denn mit den Songtiteln 17, 18, 21 auf sich? Hat euch 19 und 20 nicht gefallen?

Jan: Wir wollten bei einigen Songs bewusst irgendeinen Inhaltsbezug umgehen. Diese Songs haben eine bestimmte Farbe, die zu den einzelnen Zahlen passt.

Der Schmetterling spielt ebenfalls eine sehr große und bedeutende Rolle:

Was haben eigentlich Schmetterlinge mit eurer Musik zu tun?

Jan: Zu den Hochzeiten unserer Namensüberlegungsphase waren wir in Berlin und kamen an einem Stripclub vorbei, der Butterfly hieß. Fanden wir gut. Bei Schmetterling kommt „schmettern“ im Wort vor, was ja schon mal ziemlich laut ist. Wir mögen auch das Flatterhafte: Ein Schmetterling ist mal auf der einen Blüte und dann auf der anderen Blüte und holt sich überall Inspiration.

Alex: Es ist ein Symbol für Fluktuation und Bewegung. Ein Schmetterling lässt sich nicht so leicht fangen. Das spiegelt die Musik wieder.

Wie wichtig ist euch der Schmetterling im Vergleich zu euren Neben- bzw. Solo-Projekten?

Jan: Oberwichtig. Bei anderen Projekten sind wir mehr Mitläufer.

Keisuke: In dieser Konstellation entwickelt sich nicht nur jeder als Individuum weiter, wir sind als Trio gewachsen. Und das ist etwas Besonderes.

Alex: Hier können wir uns am besten entfalten, weil das Musik ist, die wir für uns geschrieben haben. Das ist unser Herzblut.

Doch nicht nur für das Trio spielt der Schmetterling eine große Rolle, sondern auch für den Seelenhafen, ist er bedeutend, wenn man bedenkt, dass auf altgriechisch Psyche bzw. Seele (ψυχή) auch so viel wie Schmetterling bedeutet – oder auch andersherum Schmetterling gleichbedeutend mit Seele ist.

So gibt es wohl keinen passenderen Ort für das Trio und ihren Zweitling Globus, als hier im Seelenhafen. Denn wo könnte sich die Seele ihrer Musik besser ausbreiten als hier und wo könnte ich meine Eindrücke schöner wiederfinden, als in einem für diesen Blog so passendem und wichtigem Symbol wie dem Schmetterling. Ich wünsche mir sehr, dass euch mein Blog eine Art virtuelle Heimat sein kann.

Veröffentlicht wurde das Album diesmal nicht über Analogsoul, sondern über das Label Traumton. Und immer noch besteht eine enge Verbindung zum Netzwerk des Zughafens. Nicht nur, dass Alex Binder Gitarrist in der Band von Max Prosa ist, sondern es haben auch Marcel Aue (auch bekannt als DJ Malik in Cluesos Band), sowie Frieder Oelze mitgewirkt. Sie sind verantwortlich für das Foto im Booklet und das Artwork des Albums. Außerdem ist Jan Roth ebenfalls Schlagzeuger bei den Hundreds, dessen eine Hälfte ebenfalls Teil der Clueso Band ist.

Genauso abstrakt wird auch diese Rezension werden

Danke an Alex, für das Rezensionsexemplar.

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Live: Max Prosa (Ballroom und Cardinal Session)

Cafe Noir bei der Cardinal Session beim Traumzelt Festival. Selten habe ich Max so intensiv versunken in einem Song erlebt – eine großartige Akustikversion des Cafe Noir:

So lang ich darf bei den Ballroom Sessions. Eine sehr einfühlsame Version des Songs, mit etwas mehr Instrumentierung und dieser einen Strophe mehr, die dem Lied so sehr gefehlt hat. All das strahlt so viel wunderschönen Halt aus – Augen zu und genießen:

Ein Reisebericht in 12 + 3 Kapiteln

Ein Jahr nach „Die Phantasie wird siegen“, hat das zweite Album von Max Prosa das Licht der Welt erblickt. Es trägt den Namen „Rangoon“ – den Namen einer Stadt in Myanmar. Für Max Ausdruck der Gegensätze dort und an sich – für dieses Album:

Rangoon steht für mich als Symbol der Gegensätze und Widersprüche: Sehnsucht und Realität, ferne Strände und Verlust der Natur, heile Welt und blutiger Krieg, Kampf und Ohnmacht, Kunst und Politik.

Zu haben ist es als CD, MP3, oder Vinyl, sowie als limitierte 2 CD Version, die einige bisher nur live gespielte Lieder enthält, aber auch altbekannte Songs in neuem Gewandt (Plauen Sessions) zusammen mit dem Duo Stiehler / Lucaciu.

Bei i-tunes findet man außerdem eine bisher nur live vorgetragene Geschichte („Kapitän“), sowie die ein oder andere Instrumental-Version von Rangoon-Songs.

Für diese zwölf neuen Titel konnte sich diesmal auch die Band Zeit nehmen, sich einschließen, der Musik mehr bzw. anderen Raum geben, als noch beim letzten Album, und so auch neue Sounds für sich finden. Ein Weg, der vom ersten bis zum letzten Song zu spüren ist.

In meiner Wahrnehmung ist dieses Album – nicht wie sonst – der Beginn, Songs dabei begleiten zu können, wie sie sich verändern und entwickeln, sondern viel mehr schon einen Schritt weiter. Viele Songs waren schon live bekannt, und haben viele, viele textliche, sowie melodische Veränderungen bereits hinter sich. So ist dieses Album auch ein festhalten eines ganz anderen Zeitpunktes, was sich auch auf das Hören der Songs auswirkt.

Einen großen Anteil an diesem Album hat auch Misha Schoeneberg, denn er  inspirierte und schrieb mit Max zusammen Texte und ist für Lektorat und Supervising verantwortlich. Außerdem findet sich auf dem Album seine großartige Übertragung von Cohens „Hallelujah“ ins Deutsche, sowie ein Cover seines Liedes „Verlorene Söhne“.

Max selbst sagt zu seinem Album:

Es ist ein Dialog. Ohne eure Phantasie können die Geschichten, die ich singe, nicht aufblühen, es bleiben dann einfach nur Worte. Jede Reise durch Rangoon wird eine andere sein. Wie gerne wäre ich bei jeder einzelnen mit dabei.

Lieber Max, diese Rezension ist meine Reise durch Rangoon, die ich auf diesem Wege sehr sehr gern mit dir (und allen anderen) teilen möchte.

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Artcore

Gris. Nicht nur Rapper, sondern auch Künstler. Beide Leidenschaften fanden auf seinem derzeit aktuellem Album „Schwarzweiss in Farbe“ seinen Niederschlag im Track „Artcore“:

Im Video zum ZENIT Remix bekommt man einen Eindruck von Gris‘ Talent zum Zeichnen:

In den nächsten Tagen eröffnet er mit seinen Werken eine Ausstellung in Berlin (ab 13.2.13) und Königswinter (16.2.2013). Einen kleinen Vorgeschmack auf die Ausstellung liefert dieses Video.

Grund genug seiner Kunst auch hier einen Platz zu schenken und sich neben der Musik auch mal auf die gezeichneten und gemalten Dinge genauer einzulassen. Weiterlesen

Live: Max Prosa

Ein wunderbarer Konzertmitschnitt der Max Prosa Tour 2012 Live im Lido Berlin.

Los geht’s mit „Flügel“:

Der Link zur Playlist auf Youtube

Die Titelliste mit Einzellinks:

1. Flügel (http://youtu.be/m_Koi_GWlzk)
2. Visionen von Marie (http://youtu.be/gjxSl_Z2APs)
3. Abgründe der Stadt (http://youtu.be/mHEEwhkTCHg)
4. Ikonen (http://youtu.be/eN1RiHbFsJA)
5. Am 23. Juli (http://youtu.be/PrLNdkzI4G0)
6. So wieder leben (http://youtu.be/QLajiPGuuSo)
7. Tasunoro (http://youtu.be/BCyknU4Zcfg)
8. Als der Sturm vorbei war (http://youtu.be/VSITatYpD9I)
9. Radio Resistance (http://youtu.be/zZTfRFHz_MI)
10. Im Stillen (http://youtu.be/sTC9WXmTFZA)
11. Verlorene Söhne (http://youtu.be/f3LSR_7go_8)
12. Mein Kind (http://youtu.be/Ry1GGCO0Gik)
13. Totgesagte Welt (http://youtu.be/ADrlIDOrCjs)

Vom Hinterhof- ins Kopfkino

Es war mir eine so unglaublich große Freude, als ich das Album aufschlug und dort viele, viele bekannte Namen gefunden habe und vor allem auch solche, mit denen ich im Zusammenhang mit der Band im ersten Moment gar nicht gerechnet habe. Denn da wären Paul Tetzlaff aus der Clueso Band, Alin Coen (Band), Andre Karius, und Chapeau Claque. Viele, viele Namen, die dem Seelenhafen nicht unbekannt sind auch der Zughafen fehlt im Booklet natürlich nicht. Der Zughafen – meinem (musikalischem) Herzen so etwas wie ein Heimathafen.

Doch zuvor faszinierte mich das Cover, weil ich auch da Dinge entdecken konnte, die ich über die ferne durch den Bildschirm hinweg nicht erkennen konnte. Und auch diese unglaubliche Strahlkraft und Intensität der Bilder – beeindruckend. Und auch da wieder so etwas wie ein alter Bekannter, nämlich Tino Sieland.

Die Rede ist vom Debüt Album „Backyard Cinema“ der Band Mr. Bugslow. Sie selbst beschreiben ihre Musik als alternative Jazz bzw. electrophonic live Music.

Mr. Bugslow sind Christian „Koli“ Kohlhaas an der Posaune – dem ein oder anderen so auch aus der Band von Clueso bekannt, sowie David Schwarz an den Tasten, Philipp Martin am Bass und Jörg Wähner am Schlagzeug.

Danke, an Thilo von Mons Records, für das Rezensionsexemplar. Weiterlesen